Kein „Gebärstreik“ der Akademikerinnen
Die Zahl kinderloser Akademikerinnen sei lange überschätzt worden, weil man Geburten nach Vollendung des 35. Lebensjahres nicht ausreichend gezählt habe. Außerdem seien im Mikrozensus jene Kinder, die das Elternhaus schon verlassen haben, nicht hinreichend berücksichtigt worden. „Inzwischen bleiben insgesamt mehr als 20 Prozent aller Frauen in Deutschland kinderlos.
Bei Frauen aus den alten Bundesländern, die ein Universitätsexamen oder den Abschluß an einer Technischen Universität besitzen, liegt die Kinderlosigkeit deutlich über dem Durchschnitt. ... „Egoismus und Karrierestreben sind nicht der Grund, sondern entscheidend ist der späte Abschluß der universitären Ausbildung.“
Nach dem Examen wollten die Akademikerinnen ihre Investitionen in die Ausbildung in eine „stabile Arbeitsmarktposition umsetzen“. Vielen Frauen bliebe nur ein „Zeitfenster von wenigen Jahren“, um das erste Kind auf die Welt zu bringen. Fehle in dieser Zeit ein Partner, dann blieben diese Akademikerinnen trotz Kinderwunsch kinderlos.
Nach einer neueren Studie des Max-Planck-Instituts für Demographie in Rostock zur Situation in Schweden, entscheidet nicht der Grad der akademischen Bildung darüber, ob der Kinderwunsch erfüllt wird, sondern die Art des Berufes. Frauen, deren Beruf viel Flexibilität und Zeit fordert, bleiben demnach überdurchschnittlich häufig kinderlos. Haben Frauen dagegen Berufe, die es ihnen erlauben, neben der Arbeit Kinder zu betreuen, ist die Kinderlosigkeit deutlich geringer. Eine niedergelassene Ärztin bliebe demnach seltener kinderlos als die Abteilungsleiterin in einer Unternehmensberatung.
Text FAZ, Rüdiger Soldt, Mai 2006
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Bei Frauen aus den alten Bundesländern, die ein Universitätsexamen oder den Abschluß an einer Technischen Universität besitzen, liegt die Kinderlosigkeit deutlich über dem Durchschnitt. ... „Egoismus und Karrierestreben sind nicht der Grund, sondern entscheidend ist der späte Abschluß der universitären Ausbildung.“
Nach dem Examen wollten die Akademikerinnen ihre Investitionen in die Ausbildung in eine „stabile Arbeitsmarktposition umsetzen“. Vielen Frauen bliebe nur ein „Zeitfenster von wenigen Jahren“, um das erste Kind auf die Welt zu bringen. Fehle in dieser Zeit ein Partner, dann blieben diese Akademikerinnen trotz Kinderwunsch kinderlos.
Nach einer neueren Studie des Max-Planck-Instituts für Demographie in Rostock zur Situation in Schweden, entscheidet nicht der Grad der akademischen Bildung darüber, ob der Kinderwunsch erfüllt wird, sondern die Art des Berufes. Frauen, deren Beruf viel Flexibilität und Zeit fordert, bleiben demnach überdurchschnittlich häufig kinderlos. Haben Frauen dagegen Berufe, die es ihnen erlauben, neben der Arbeit Kinder zu betreuen, ist die Kinderlosigkeit deutlich geringer. Eine niedergelassene Ärztin bliebe demnach seltener kinderlos als die Abteilungsleiterin in einer Unternehmensberatung.
Text FAZ, Rüdiger Soldt, Mai 2006
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naheliegend - 10. Apr, 16:33