Elterngeld aus österr. Sicht
http://derstandard.at , Birgit Baumann
Ursula von der Leyen ist eine bemerkenswerte Politikerin...

Sie ist Mutter von sieben Kindern, erledigt ihren Job als deutsche Familienministerin dennoch klaglos und lebt damit genau das vor, was vielen Männern in der Union noch immer nicht ins Familienbild passen will: Mutterschaft und Beruf lassen sich miteinander vereinbaren.
Einerseits sind die Unions-Männer ja froh, dass von der Leyen eine Vorzeigeministerin im schwarz-roten Kabinett ist. Andererseits ist sie ihnen unheimlich. Denn seit die Niedersächsin als Ministerin angetreten ist, hat das traditionelle Familienbild der Union schwere Schrammen abbekommen. Zunächst hat von der Leyen das von der SPD favorisierte Elterngeld durchgesetzt. Seit Beginn dieses Jahres bekommt der Elternteil, der beim Kind bleibt, eine Lohnersatzleistung. Im Höchstfall sind das 1800 Euro monatlich. Das ist kein Pappenstiel und erschwert vielen Paaren nun eine bis dato klassische Ausrede: Leider muss Mama beim Kind bleiben, weil Papa ja verdienen muss. Jetzt kann also auch Papa leichter Windeln wechseln und Brei kochen – ein "Gehalt" hat er ja trotzdem.
Doch kaum haben sich die Konservativen in der Union von diesem Schock erholt, will von der Leyen Kinderkrippen ausbauen, damit mehr Buben und Mädchen unter drei Jahren außer Haus betreut werden können. Dieses Vorhaben ist der logische nächste Schritt nach der Einführung des Elterngeldes. Denn was nützt diese staatliche Unterstützung, wenn nach spätestens 14 Monaten Bezugsdauer erst wieder die Mutter zu Hause bleiben muss, weil es nicht genug Kindergartenplätze gibt?
Doch viele Unions-Männer wollen die Realität nicht sehen. Dabei leistet Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) mit Frau, drei Kindern und schwangerer Freundin ohnehin unfreiwillig praktische Nachhilfe. Deutlicher als er kann man kaum zeigen, dass es die heile Familienwelt immer seltener gibt und jede Frau auf ihre finanzielle Unabhängigkeit achten sollte.
Wir schließen uns Frau Baumann an.
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Ursula von der Leyen ist eine bemerkenswerte Politikerin...

Sie ist Mutter von sieben Kindern, erledigt ihren Job als deutsche Familienministerin dennoch klaglos und lebt damit genau das vor, was vielen Männern in der Union noch immer nicht ins Familienbild passen will: Mutterschaft und Beruf lassen sich miteinander vereinbaren.
Einerseits sind die Unions-Männer ja froh, dass von der Leyen eine Vorzeigeministerin im schwarz-roten Kabinett ist. Andererseits ist sie ihnen unheimlich. Denn seit die Niedersächsin als Ministerin angetreten ist, hat das traditionelle Familienbild der Union schwere Schrammen abbekommen. Zunächst hat von der Leyen das von der SPD favorisierte Elterngeld durchgesetzt. Seit Beginn dieses Jahres bekommt der Elternteil, der beim Kind bleibt, eine Lohnersatzleistung. Im Höchstfall sind das 1800 Euro monatlich. Das ist kein Pappenstiel und erschwert vielen Paaren nun eine bis dato klassische Ausrede: Leider muss Mama beim Kind bleiben, weil Papa ja verdienen muss. Jetzt kann also auch Papa leichter Windeln wechseln und Brei kochen – ein "Gehalt" hat er ja trotzdem.
Doch kaum haben sich die Konservativen in der Union von diesem Schock erholt, will von der Leyen Kinderkrippen ausbauen, damit mehr Buben und Mädchen unter drei Jahren außer Haus betreut werden können. Dieses Vorhaben ist der logische nächste Schritt nach der Einführung des Elterngeldes. Denn was nützt diese staatliche Unterstützung, wenn nach spätestens 14 Monaten Bezugsdauer erst wieder die Mutter zu Hause bleiben muss, weil es nicht genug Kindergartenplätze gibt?
Doch viele Unions-Männer wollen die Realität nicht sehen. Dabei leistet Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) mit Frau, drei Kindern und schwangerer Freundin ohnehin unfreiwillig praktische Nachhilfe. Deutlicher als er kann man kaum zeigen, dass es die heile Familienwelt immer seltener gibt und jede Frau auf ihre finanzielle Unabhängigkeit achten sollte.
Wir schließen uns Frau Baumann an.
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naheliegend - 22. Feb, 14:08